Montag, 4. Mai 2015

Rezension: Der Junge muss an die frische Luft: Meine Kindheit und ich von Hape Kerkeling

Hallo meine Lieben,

gestern Abend habe ich die Autobiographie von Hape Kerkeling, "Der Junge muss an die frische Luft: Meine Kindheit und ich" beendet. Diese eigentliche Biographie dreht sich eigentlich nur um die Kindheit von Hape Kerkeling, der eigentlich Hans-Peter heißt.

Inhalt:
Mit »Ich bin dann mal weg« hat er Millionen Leser inspiriert, persönliche Grenzen zu überschreiten. Jetzt spricht Hape Kerkeling über seine Kindheit; entwaffnend ehrlich, mit großem Humor und Ernsthaftigkeit. Über die frühen Jahre im Ruhrgebiet, Bonanza-Spiele, Gurkenschnittchen und den ersten Farbfernseher; das Auf und Ab einer dreißigjährigen, turbulenten Karriere - und darüber, warum es manchmal ein Glück ist, sich hinter Schnauzbart und Herrenhandtasche verstecken zu können. Über berührende Begegnungen und Verluste, Lebensmut und die Energie, immer wieder aufzustehen. »Was, um Himmels willen, hat mich bloß ins gleißende Scheinwerferlicht getrieben, mitten unter die Showwölfe? Eigentlich bin ich doch mehr der gemütliche, tapsige Typ und überhaupt keine Rampensau. Warum wollte ich also bereits im zarten Kindesalter mit aller Macht "berühmt werden"? Und wieso hat das dann tatsächlich geklappt? Nun, vielleicht einfach deshalb, weil ich es meiner Oma als sechsjähriger Knirps genau so versprechen musste ...« Hape Kerkeling, der mit seinem Pilgerbericht »Ich bin dann mal weg« seine Fans überraschte und Leser jeden Alters begeisterte, lädt auf die Reise durch seine Memoiren ein. Sie führt nach Düsseldorf, Mosambik und in den heiligen Garten von Gethsemane; vor allem aber an die Orte von »Peterhansels« Kindheit: in Recklinghausens ländliche Vorstadtidylle und in die alte Bergarbeitersiedlung Herten-Scherlebeck. Eindringlich erzählt er von den Erfahrungen, die ihn prägen, und warum es in fünfzig Lebensjahren mehr als einmal eine schützende Hand brauchte.


Cover:
Ich werde dieses Buch nicht wie üblich mit anderen "Unterhaltungsromanen" bzw. Jugendromanen vergleichen. Das Buch ist eigentlich für Erwachsene, weshalb das Cover auch schlicht in Blau gehalten ist und ein Bild von Hape in der heutigen Zeit zeigt. Der Titel des Buches, "Der Junge muss an die frische Luft", ist im Vordergrund und in gelb gehalten, weshalb der Titel sofort ins Auge sticht. Mit einem Blick weiß man sofort, wer denn der nette Herr auf dem Cover ist und dass es eben um ihn geht - man kann sich denken, dass die Geschichte keine erfundene ist, sondern eine wahre Geschichte ist. 

1. Satz:
"Niemand betritt diesen Garten."

Schreibstil:
Um ehrlich zu sein, musste ich mich zuerst an den Schreibstil, der im ersten Eindruck etwas irritiert, gewöhnen. Nach einer Weile hatte ich mich dann aber mit dem Schreibstil angefreundet und nach und nach wurde die Stimme in meinem Kopf, die man beim Lesen hat, zu Hapes Stimme. Man merkt wirklich, dass er das Buch selbst geschrieben hat und sich wirklich Gedanken darüber gemacht hat, seine Kindheit so nah wie möglich an der Realität zu erzählen. Der Schreibstil ist nicht zu schwer, weshalb das Buch eher eine leichte Lektüre für den Sommer ist, auch wenn der Inhalt alles andere als 'leicht' zu verdauen ist. Dazu mehr jedoch erst später. Da der Schreibstil so wunderbar einfach gehalten ist, ist das Buch wirklich angenehm zu lesen und die Kapitel fliegen nur so dahin. Jedoch muss ich erwähnen, dass jemand, der einen eher verwirrenden Schreibstil (dauerndes Hin- und Her- Gespringe) nicht mag, die Finger von diesem Buch lassen sollte.

Zum Buch:
Wie schon oben erwähnt, ist das Buch etwas verwirrend. Hape beginnt, etwas zu erzählen und mittendrin fällt ihm 'plötzlich' ein, dass er zuerst noch erklären muss, was vor der Situation passiert war oder ein wichtiges Detail zu der Person, die in der Erzählung vorkommt, erwähnen muss. Ansonsten würde die Erzählung im Ganzen keinen Sinn machen. Das fand ich nach einer Weile etwas nervig und auch ziemlich anstrengend, da es mir schwer fiel, Hape zu folgen. Erst nach einigen Momenten habe ich dann verstanden, wie die eigentliche Erzählung und die kleinen Einschübe miteinander verbunden sind. 
Wer sich hier jedoch eine lustige Geschichte á la "Ich bin dann mal weg" erwartet, den muss ich leider enttäuschen. Als das Buch neu auf den Markt erschienen ist, sprich Oktober 2014, war der ein oder andere Bericht in Zeitungen zu lesen und im Fernsehen zu sehen gewesen, was die Kindheit von Hape anging. Er hat viele schwere Verluste erleiden müssen, wie unter anderem den seiner Mutter, die an Depressionen gelitten hatte. Etwas, was mich irritiert hatte, war, dass sein Bruder kaum im Buch erwähnt worden war. Hapes Bezugspersonen waren nicht seine Eltern - wobei man da den ein oder anderen Moment geschildert bekommt - sondern viel mehr die Großeltern, vor allem beide Großmütter. Das liegt vermutlich daran, dass Hape nach den Verlust seiner Mutter, von seinen Großeltern aufgezogen und erzogen worden war und diese sozusagen der "Elternersatz" für ihn gewesen waren. 

Was sagst du dazu, Ruben?

Ein sehr interessantes Buch über eine tolle Persönlichkeit, das man als Fan auf jeden Fall gelesen haben muss. Aber auch, wenn man Hape Kerkeling eigentlich nicht wirklich mag - nach diesem Buch wird man ihn ins Herz geschlossen haben. Eine Feder Abzug gibt es, weil der Schreibstil gewöhnungsbedürftig und teils auch verwirrend ist. Aber ansonsten eine klare Kaufempfehlung!

Fazit:
Etwas verwirrend erzählte Hape Kerkeling seine Kindheit - wer hier etwas lustiges erwartet, liegt falsch und muss enttäuscht werden. Anders als im Fernsehen gibt sich Hape Kerkeling ungewohnt ernst - jedoch nicht ohne zu vergessen, dass der Humor ein ständiger Begleiter in seinem Leben war. Ein sehr nachhaltiges Buch mit einer kleinen Prise Lebenslust - so, wie das wahre Leben eben ist.

Informationen zum Buch:
Autor: Hape Kerkeling
Seitenanzahl: 320
Verlag: Piper
Erscheinungsdatum: 6. Oktober 2014

Liebe Grüße,
Naddy

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