Hallo!
Heute hat eine der bekanntesten deutschen Schriftstellerinnen, Gudrun Pausewang, an unserer Schule eine Lesung abgehalten.
Leider konnte ich keine Fotos machen, da "digitale Speichermedien" an unserer Schule nicht erlaubt sind.
Frau Pausewang hat uns zuerst begrüßt und dann aus ihrem Leben erzählt. Geboren wurde sie 1928 in Ost-Böhmen, das damals in der ehemaligen Tschechoslowakei lag und dieses Gebiet wurde dann vom Deutschen Reich erobert. In dem Gebiet, in dem sie aufwuchs, wurde nur Deutsch gesprochen weshalb sie das Deutsche nicht lernen musste. Sie ist die älteste von sechs Kindern, ihr Vater ist im Russland als Soldat umgekommen und ihre Mutter musste früh nach dem Kriegsende nach Westen fliehen. Sie studierte anschließend, war in der Schule fasziniert von Südamerika gewesen und wollte diesen Kontinent unbedingt bereisen und kennen lernen.
Nach dem Krieg besaß sie wenig Geld und eine Reise nach Südamerika war für sie unbezahlbar. Dann erfuhr sie von deutschen Schulen in Chile und Venezuela, dort war sie fast acht Jahre als Lehrkraft tätig. Die Reise dorthin bezahlte Deutschland. In den Ferien und an den freien Tagen bereiste sie Süd- und Nordamerika. Da man früher nicht länger als sieben Jahre im Ausland arbeiten durfte, weil man das Heimatgefühl nicht verlieren sollte, reiste sie nach acht Jahren wieder zurück nach Deutschland. Dort war sie weiter in Mainz als Lehrerin tätig. Nach diesen vier Jahren ging sie wieder nach Südamerika, genauer gesagt nach Kolumbien. "Dort war die Armut des Landes nicht zu übersehen", sagte Pausewang. Sie heiratete und bekam einen Sohn, der heute Architekt ist. Mit ihren damals zweijährigen Sohn kehrte sie wieder in ihr Heimatland zurück, unterrichtete als Lehrerin. Nach ihrem Ruhestand studierte sie Germanistik in Frankfurt und ist seitdem Schriftstellerin. Mit ihren Büchern möchte sie keine Panik verursachen, sondern Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen über die Gefahren der Welt aufklären und warnen.
Nachdem sie fertig mit ihrer Geschichte war, widmete sie sich ihrem erfolgreichsten Werk, "die Wolke", zu. Kurz nach der Tschernobyl-Katastrophe 1986 begann sie, das Buch zu schreiben. "Damals wurde nicht wirklich etwas unternommen, keiner wusste, was zu tun war. Jeder hatte Panik. Diese Panik hat mich irgendwie fasziniert", so die 84-Jährige. Sie überlegte, was passieren würde, wenn das selbe Unglück mitten in Deutschland geschieht. Sie begann eine Passage vorzulesen.
Nachdem sie fertig war, fragte sie uns, wer den Film denn schon gesehen habe. Ziemlich viele Finger, etwa zwei Drittel der Schüler, gingen nach oben, was Pausewang sehr freute. Sie erzählte uns, wie der Film entstand. Die erste Filmgesellschaft hatte ein komisches Drehbuch und brachte die Nachricht nicht richtig herüber. Die zweite Filmgesellschaft hatte nicht genug Geld für den Film. Und die dritte, die es dann letztendlich geworden ist, war schlauer als alle anderen. Die Filmgesellschaft ging zum Bundesstaat Hessen und Bayern und fragte beide, ob sie ein wenig Geld für die Produktion bekommen könnten. Beide sagten ja, verlangten aber, dass einige Szenen in Bayern und Hessen gedreht werden. In Bayern wurden die Schulszenen gefilmt und in Hessen die Flucht ohne Bahnhof. Nur die Deutsche Bahn verneinte und einer von der Filmgesellschaft hatte die Idee, die Belgische Bahngesellschaft anzufragen und hinter der Grenze den nächsten Bahnhof auszuwählen. Die Belgier stimmten freundlich zu, nur noch die Schilder mussten durch Deutsche ersetzt werden. Die Idee mit der Liebesgeschichte war nicht von der Autorin, sondern von der Filmgesellschaft. Der Film sollte vor allem ältere Jugendliche und junge Erwachsene ansprechen und da war das wichtigste nun eben die Liebe. Pausewang willigte ein und so entstand der Film.
Frau Pausewang beantworte unsere Fragen und gab uns noch einen guten Rat mit: Wähle niemals die Schriftstellerei als Hauptberuf, bevor du davon leben kannst. Diesen Ratschlag hatte sie selbst von ihren Eltern bekommen und ich finde, er ist auch ziemlich richtig.
Am Ende gab es noch eine Autogrammkarte zum mitnehmen, bereitgestellt vom Verlag. Leider durfte man nur eine mitnehmen, sonst hätte ich eine für mein nächstes Gewinnsp- mist, ich wollte es euch eigentlich gar nicht sagen! Na ja, egal. Also wenn man mehrere mitnehmen hätte dürfen, dann hätte ich euch selbstverständlich eine mitgenommen.
Schönen Rest-Montag noch,
Naddy
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